wunschgefühle ermitteln

täglich hast du unzählige dinge im kopf, die du heute umsetzen möchtest. jährlich, vielleicht auch häufiger, setzt du dir ziele. dinge, die du im leben erreichen möchtest. warum? sicherlich gibt es auf diese frage viele antworten. ich kenne deine persönlichen antworten nicht, aber ich vermute, dass sie am ende alle auf den einen wunsch zurückzuführen sind:

du möchtest glücklich werden.

diesen wunsch kann ich sehr gut verstehen. ich trage ihn selber tief in mir und bin der überzeugung, dass dieser uns alle eint. nur habe ich auch ein problem mit damit.

von dem traum glücklich zu werden

wenn wir alle davon träumen glücklich zu werden, warum bist du nicht einfach jetzt glücklich? warum wartest du darauf, dass irgendwann mal etwas passiert, was dich glücklich macht?

und was soll dich überhaupt glücklich machen? glück ist eine emotion. ein empfinden, welches sich aufgrund verschiedenster gefühle, wie begeisterung, gelassenheit, freude, liebe, klarheit, selbstvertrauen, einstellt.

wenn glück aber aus verschiedenen emotionen hervor geht, wäre es dann nicht viel vielversprechender, sein glück von seinen emotionen abhängig zu machen anstatt vom erreichen von to dos oder persönlicher ziele?

warum fragen wir uns eigentlich andauernd: was möchte ich erreichen? wenn doch die viel bessere frage wäre: wie möchte ich mich fühlen?

core desired feelings

anstatt dich also zum neuen jahr dran zu machen, dir zu überlegen, was du alles umsetzen, erreichen, bauen,… möchtest könntest du dich fragen:

wie möchte ich mich dabei fühlen?

danielle la porte stellt in ihrem buch the desire map eine gleichnamige methode vor, welche dabei helfen kann die eigenen wunschgefühle (core desired feelings) zu ermitteln.


die methode umfasst drei schritte. nimm dir zu beginn drei leere blatt papier zur hand. die methode zur ermittlung der core desired feelings dauert ungefähr zehn minuten.

schritt 1: brainstorming

a) blatt 1

versetze dich in eine situation, in der du dich rundum wohl gefühlt hast. notiere die darin auftauchenden gefühle.

b) blatt 2

versetze dich in eine situation, die dir unangenehm war. notiere auch hierfür die zugehörigen gefühle.

schritt 2: verkehrung ins gegenteil

c) blatt 3

notiere auf diesem blatt jeweils die antonyme zu den gefühlen von blatt 2. übernehme außerdem die positiven gefühle von blatt 1.

schritt 3: klarheit schaffen

du sitzt jetzt wahrscheinlich vor einem blatt mit lauter adjektiven, wie du dich gerne fühlen möchtest. bei genauerer betrachtung wirst du vielleicht ein muster, eine hierarchie oder zusammenhang entdecken: vielleicht beginnst du damit, die wichtigsten einzukringeln. oder vielleicht bemerkst du auch ein netz, wie die einzelnen gefühle zusammenhängen. oder ein hauptgefühl, dass durch andere erreicht werden kann.


wie sich auch immer das Ergebnis deines brainstormings aussieht: du hast grade ermittelt, was du wirklich willst. das arbeiten mit den core desired feelings setzen voraus, dass wir uns zu unseren wunschgefühlen bekennen. dass wir danach handeln und unsere taten entsprechend unserer wunschgefühle ausrichten. dabei hilft es zum Beispiel, sich selbst ein montagsmantra zu setzen: fühle ich mich gerade, wie ich mich fühlen möchte?  diese frage bewirkt nicht nur, dass wir viel reflektierter mit unserem alltag werden, sondern dass wir auch viel flexibler agieren können, weil wir unser glück nicht mehr von äußeren faktoren abhängig machen, sondern davon, wie wir uns fühlen.

eigene muster und falsche glaubenssätze erkennen

eine weitere stärke der methode der desire map ist neben der ermittlung der wunschgefühle, dass sie uns dabei hilft, fehlgeleitete taten zu enttarnen und flexibler zu werden.

so ziehen wir häufig falsche schlüsse aus situationen, weil wir uns über unsere wunschgefühle nicht im klaren sind. ich zum beispiel habe ein starkes bedürfnis, mich wertvoll zu fühlen und tendiere daher dazu, alles perfekt machen zu wollen. dass dies mich aber abhängig vom urteil anderer leute über mein handeln macht, führt eher dazu, dass ich angreifbar und abhängig werde.

andererseits erreiche ich es auf anderen wegen viel selbstbestimmter und unabhängiger, mich wertvoll zu fühlen: indem ich mich zum beispiel in einem gemeinschaftsgarten engagiere, mir selber zeit zum yogen einräume oder diesen artikel in meinem blog veröffentliche.